Dieser Beitrag ist Teil des Themenclusters Anleitungen. Fachbegriffe und Grundlagen sind intern verlinkt, damit du Details bei Bedarf direkt vertiefen kannst.
Lernziel des Projekts
Mit einem Stifteköcher übst du den Übergang vom flachen Boden zur senkrechten Seitenwand. Die Form ist klein genug, um Fehler früh zu sehen, und hoch genug, um eine gleichmäßige Korbwand zu trainieren.
Für den ersten Versuch ist ein vorgefertigter runder oder quadratischer Flechtboden mit passenden Löchern praktisch.
Material
Du brauchst:
- passenden Flechtboden,
- rundes Peddigrohr für die Staken,
- rundes Peddigrohr oder schmale Peddigschiene für die Seitenwand,
- Wassergefäß,
- Seitenschneider oder geeignete Schere,
- Ahle oder Pfriem,
- Lineal.
Die konkrete Stärke richtet sich nach Lochdurchmesser und Projektgröße. Sie muss zum Boden passen.
1. Staken planen
Miss die gewünschte Höhe des Köchers. Zur sichtbaren Höhe kommen die Befestigung unter dem Boden und ausreichend Länge für den Randabschluss hinzu. Schneide alle Staken gleich lang und kontrolliere beschädigte Stellen.
2. Staken vorbereiten
Befeuchte die Bereiche, die stark gebogen werden. Stecke die Staken durch die Bodenlöcher, sodass an der Unterseite genügend Material für die Sicherung übersteht.
Arbeite rundum und kontrolliere, ob alle Staken auf der Oberseite ähnlich weit herausragen.
3. Unterseite sichern
Verflechte die kurzen Enden unter dem Boden in einer wiederholbaren Folge. Eine einfache Variante führt jede Stake vor die nächste und hinter die darauffolgende. Schließe die letzte Stake unter den bereits gelegten Anfang.
Ziehe alles gleichmäßig nach, ohne den Boden zu verziehen.
4. Staken aufrichten
Befeuchte die Biegestellen bei Bedarf erneut. Stelle alle Staken zunächst grob auf und richte sie anschließend in einer zweiten Runde aus. Genau dieser Schritt entscheidet über einen geraden Köcher.
Mehr dazu unter Staken richtig aufstellen.
5. Seitenwand beginnen
Setze den ersten Flechtfaden innen an und arbeite in einer einfachen Über-Unter-Folge. Drücke jede Runde gleichmäßig nach unten. Kontrolliere nach den ersten Reihen die Form von oben.
Ein Stifteköcher soll nicht ungewollt konisch werden. Ziehst du zu stark, wandern die Staken nach innen. Arbeitest du zu locker, weiten sie sich.
6. Fäden sauber verlängern
Wenn ein Flechtfaden endet, setze den nächsten an einer unauffälligen Stelle innen an. Verteile mehrere Ansätze auf unterschiedliche Positionen. Die Anleitung Flechtfäden sauber ansetzen zeigt das Prinzip.
7. Wunschhöhe erreichen
Beende die Seitenwand einige Zentimeter unter dem Ende der Staken, damit genug Material für den Abschluss bleibt. Prüfe den Köcher auf einer ebenen Fläche und korrigiere kleine Unterschiede noch vor dem Rand.
8. Rand flechten
Für den ersten Köcher reicht ein einfacher Abschluss. Befeuchte die Stakenenden, lege sie in gleichbleibender Reihenfolge um und schließe die letzten Enden unter die Anfangsbögen.
Eine genaue Beschreibung findest du unter einfacher Randabschluss.
9. Trocknen lassen
Stelle den Köcher auf eine ebene Fläche und lasse ihn in der gewünschten Form vollständig trocknen. Währenddessen nicht mit Gewalt nachformen, wenn einzelne Bereiche bereits trocken und steif geworden sind.
Typische Probleme
Der Köcher wird oben enger: Die Seitenwand wurde zu fest gezogen.
Die Staken kippen nach außen: Die ersten Reihen sind zu locker oder die Staken wurden nicht ausgerichtet.
Eine sichtbare Naht entsteht: Flechtfäden wurden immer an derselben Position angesetzt.
Der Rand wird wellig: Stakenlänge oder Spannung im Abschluss ist ungleichmäßig.
Varianten
Wenn der Grundkörper gelingt, kannst du später mit einer farbigen Peddigschiene, einem Raffia-Akzent oder wenigen Reihen Zweiergeflecht experimentieren. Ändere bei der zweiten Version am besten nur eine Variable, damit du den Effekt beurteilen kannst.