Dieser Beitrag ist Teil des Themenclusters Flechttechniken. Fachbegriffe und Grundlagen sind intern verlinkt, damit du Details bei Bedarf direkt vertiefen kannst.
Ein Oval ist kein verzogener Kreis
Ein sauberer ovaler Boden besteht aus einer geraden beziehungsweise länglichen Mittelzone und zwei kontrollierten Rundungen. Wer einfach einen runden Boden in eine Richtung zieht, erzeugt häufig ungleichmäßige Stakeabstände und Spannungen. Besser ist es, die gewünschte Länge und Breite vorab festzulegen und daraus den Bodenaufbau abzuleiten.
Eine Papier- oder Kartonschablone in Originalgröße ist besonders hilfreich. Sie macht sofort sichtbar, ob eine Stirnseite stärker wächst als die andere oder die Mittelachse wandert.
Die Längsachse bleibt die Referenz
Bei vielen ovalen Bodenaufbauten liegt eine Gruppe längerer Staken in Längsrichtung, die von Quer- beziehungsweise Zusatzstaken ergänzt wird. Unabhängig von der konkreten Variante sollte die Mittelachse markiert oder gedanklich klar gehalten werden. Die Abstände links und rechts werden paarweise verglichen.
Nach jeder Runde wird nicht nur die Außenkontur geprüft. Auch die Position der Staken entlang der langen Seiten muss gleichmäßig bleiben. Wenn sie dort dichter zusammenrutschen, entstehen später unruhige Wände.
Rundungen kontrolliert wachsen lassen
Die Stirnseiten des Ovals benötigen mehr Richtungswechsel als die langen Seiten. Dadurch kann sich dort leichter zu viel Material oder zu hohe Spannung sammeln. Das Geflecht wird deshalb in den Kurven bewusst gelegt und nicht mit Gewalt angezogen. Gleichmäßige Biegeradien sind wichtiger als eine möglichst stramme einzelne Runde.
Bei sehr kleinen Ovalen ist die Kurve enger und damit anspruchsvoller. Für den Einstieg sind etwas größere, flachere Ovale oft leichter, weil das Material weniger abrupt umgelenkt wird.
Vor dem Aufrichten diagonal und axial prüfen
Ein fertiger Ovalboden sollte flach liegen. Die beiden Stirnseiten sollten sich in Form und Länge entsprechen, und die Längsachse muss durch die Mitte laufen. Eine einfache Kontrolle ist das gedankliche oder tatsächliche Falten der Schablone entlang der Achse: beide Hälften sollten nahezu spiegelbildlich sein.
Erst nach dieser Kontrolle werden die Staken für die Seitenwand aufgerichtet. Ein schiefer Boden bleibt sonst im gesamten Korb sichtbar.
Praxis-Check
- Länge und Breite vor dem Flechten festlegen.
- Schablone in Originalgröße verwenden.
- Linke und rechte Seite paarweise vergleichen.
- Kurven nicht übermäßig stramm ziehen.
- Vor dem Aufrichten Längsachse und Stirnseiten kontrollieren.