Dieser Beitrag ist Teil des Themenclusters Neu am Markt. Fachbegriffe und Grundlagen sind intern verlinkt, damit du Details bei Bedarf direkt vertiefen kannst.

Naturfasern wandern in eine andere Preisklasse

Am 18. September 2026 hat der italienische Leuchtenhersteller Estro drei neue Modelle vorgestellt: Nabuk 901, Pilar 902 und Raquel 905. Laut Hersteller werden dabei Raffia und Rattankern mit Messing und handwerklicher Leuchtenfertigung kombiniert.

Für den Rattanlampen-Markt ist das bemerkenswert, weil geflochtene Naturfasern damit nicht nur als günstige, rustikale Schirme auftreten. Sie werden als Material für strukturierte, bewusst hochwertige Leuchten eingesetzt.

Wir haben die Modelle nicht selbst getestet. Die Einordnung basiert auf den Herstellerinformationen und konzentriert sich auf Material, Lichtwirkung und Markttrend.

Raffia und Rattankern sind nicht dasselbe

Raffia ist eine Faser aus Palmblättern beziehungsweise daraus gewonnenem Bastmaterial. Sie wirkt meist band- oder faserartig, kann dicht gewickelt oder locker geflochten werden und erzeugt eine textile Oberfläche.

Rattankern ist das innere Material von Rattan und steht damit dem Peddigrohr sehr nahe. Je nach Aufbereitung entstehen runde oder flache Flechtelemente. Im Lampenbau kann Rattankern als sichtbares Geflecht, Rahmenstruktur oder dekoratives Element eingesetzt werden.

Wer beide Materialien nur unter dem Sammelbegriff „Rattanlampe“ einordnet, übersieht also wichtige Unterschiede. Unser Materialbereich Bast, Raffia & Flechtmaterialien schafft dafür die Grundlage.

Was die Materialkombination mit Messing verändert

Messing und Naturfaser erzeugen einen bewussten Kontrast: Metall bringt Präzision, Reflexion und konstruktive Klarheit; Raffia oder Rattankern bringen unregelmäßige Struktur und Wärme.

Für Käufer ist diese Kombination interessant, weil sich dadurch die Qualitätsprüfung auf zwei Bereiche verteilt. Beim Geflecht zählen saubere Kanten, gleichmäßige Spannung und eine sinnvolle Befestigung. Beim Metallteil sind Oberflächen, Verbindungen und die technische Leuchtenkonstruktion entscheidend.

Lichtwirkung entsteht aus Dichte, Tiefe und Abstand

Geflecht ist bei Leuchten immer auch ein Filter. Dichte Raffia-Flächen können Licht stark abschirmen und eher indirekte, warme Zonen erzeugen. Offener Rattankern lässt Licht zwischen den Strängen austreten und kann deutlichere Schattenmuster erzeugen.

Wichtig sind:

  • Abstand zwischen Leuchtmittel und Material
  • Geflechtdichte
  • Form des Schirms
  • Lichtstrom des Leuchtmittels
  • Farbtemperatur
  • Reflexion an Innenflächen und Metallteilen

Mehr dazu im Themencluster Rattanlampen & Rattanleuchten sowie bei Licht und Schatten bei Geflecht.

Was der Trend für DIY bedeutet – und was nicht

Die neuen Leuchten können als Gestaltungsidee inspirieren: Naturfasern lassen sich mit Metall, Holz oder Keramik kombinieren. Daraus folgt aber nicht, dass elektrische Leuchten beliebig selbst umgebaut werden sollten.

Für DIY-Projekte sollte der handwerkliche Teil klar vom elektrischen Teil getrennt bleiben. Ein dekorativer Schirm oder eine nicht-elektrische Flechtstruktur ist etwas anderes als das Verdrahten einer 230-Volt-Leuchte. Bei Fassung, Leitung, Zugentlastung und elektrischer Sicherheit sind geeignete Bauteile und fachgerechte Ausführung erforderlich.

Warum wir diese Neuheit weiter beobachten

Wenn weitere Hersteller Raffia und Rattankern ähnlich einsetzen, könnte sich daraus ein stabiler Unterbereich zwischen klassischer Rattan-Pendelleuchte und textiler Designleuchte entwickeln. Für unser Portal eröffnet das Themen wie Raffia-Lampe vs. Rattanlampe, Rattankern als Lampenmaterial, Naturfasern plus Metall und Schattenwirkung dichter Geflechte.

Die Estro-Neuheiten sind dafür ein aktueller Ausgangspunkt, aber nicht die einzige mögliche Referenz.