Dieser Beitrag ist Teil des Themenclusters Rattan & Wohnen. Fachbegriffe und Grundlagen sind intern verlinkt, damit du Details bei Bedarf direkt vertiefen kannst.

Das Muster erkennt man sofort

Wiener Geflecht besteht aus sich kreuzenden horizontalen, vertikalen und diagonalen Strängen. Dadurch entsteht das typische offene Sechseckmuster. Es wird vor allem mit Stühlen und Schranktüren verbunden, findet sich heute aber auch an Leuchten und Wohnaccessoires.

Traditionell wird dafür die feste Außenschicht geeigneter Rattanstränge als Stuhlflechtrohr verwendet. Das unterscheidet sich von rundem Peddigrohr aus dem weicheren Kern.

Handgeflochten oder als Fertiggeflecht?

Bei klassischen Stühlen kann das Geflecht Strang für Strang durch einzelne Bohrungen im Rahmen gezogen werden. Diese Bauart ist zeitaufwendig und reparaturfreundlich, erfordert aber Erfahrung.

Daneben gibt es vorgefertigte Wiener-Geflecht-Meterware. Sie wird als fertige Matte in eine Nut oder einen Rahmen eingesetzt und häufig mit einem Keder fixiert. Das Muster sieht ähnlich aus, die Konstruktion ist jedoch anders.

Warum diese Unterscheidung wichtig ist

Wer einen Stuhl reparieren möchte, muss zuerst die Befestigungsart erkennen. Einzelbohrungen rund um die Sitzöffnung sprechen für handgeflochtenes Geflecht. Eine umlaufende Nut deutet eher auf eingesetzte Meterware hin.

Die beiden Verfahren benötigen anderes Material und andere Arbeitsschritte.

Materialspannung

Ein Sitzgeflecht muss deutlich kontrollierter gespannt sein als eine dekorative Schranktür. Zu lockeres Material hängt durch, zu starkes oder falsch vorbereitetes Material kann Rahmen und Geflecht unnötig belasten.

Bei Reparaturen lohnt deshalb eine realistische Einschätzung: Dekorative Flächen sind ein guter Einstieg, tragende Sitzflächen gehören eher in erfahrene Hände.

Offene Struktur und Licht

Das sechseckige Muster lässt Luft und Licht durch. Genau das erklärt seine Beliebtheit bei Türen, Raumteilern und Lampenschirmen. Bei Leuchten entstehen charakteristische Schatten, allerdings müssen Material, Abstand und Leuchtmittel zur Konstruktion passen.

Reinigung

Offenes Geflecht sammelt Staub an vielen Kanten. Eine weiche Bürste oder ein Staubsauger mit geeigneter Bürstendüse kann schonender sein als starkes Reiben mit nassem Tuch.

Bei alten Möbeln sollte zunächst geprüft werden, ob die Oberfläche spröde oder beschädigt ist.

Meterware auswählen

Wichtig sind:

  • Mustergröße,
  • Breite und nutzbares Zuschnittmaß,
  • Materialart,
  • Farbe,
  • vorgesehene Befestigung,
  • Reserve für Einspannung und Verschnitt.

Die Kaufberatung Wiener Geflecht als Meterware kaufen geht darauf detailliert ein.

Wiener Geflecht und Peddigrohr nicht verwechseln

Beides stammt aus der Rattan-Materialwelt, aber aus unterschiedlichen Materialformen. Peddigrohr ist typischerweise Kernmaterial. Stuhlflechtrohr nutzt traditionell die härtere Außenschicht. Für Reparaturen sollte daher nicht allein nach ähnlicher Farbe ausgewählt werden.

Wann sich eine Reparatur lohnt

Bei hochwertigen oder emotional wichtigen Möbeln kann ein neues Geflecht den Charakter erhalten. Vorher müssen Rahmen, Nut oder Bohrungen stabil sein. Ein neues Geflecht auf beschädigtem Rahmen löst das Grundproblem nicht.

Für allgemeine Reparaturentscheidungen folgt Rattanmöbel reparieren oder reparieren lassen.

Handgeflochten oder Fertiggeflecht?

Für Reparaturen ist diese Unterscheidung zentral. Bei traditionell handgeflochtenen Sitzflächen laufen einzelne Stränge durch Bohrungen im Rahmen und werden Schritt für Schritt aufgebaut. Bei vielen neueren Möbeln sitzt dagegen eine vorgefertigte Geflechtmatte in einer umlaufenden Nut und wird mit einem Keder fixiert. Beide Varianten sehen aus der Entfernung ähnlich aus, benötigen aber völlig unterschiedliche Reparaturwege.

Prüfe deshalb immer zuerst die Rahmenkante. Einzelne Bohrungen deuten auf Handflechtung, eine durchgehende Nut auf Meterware. Unsere Kaufberatung für Wiener Geflecht als Meterware setzt genau an dieser Unterscheidung an.