Dieser Beitrag ist Teil des Themenclusters Flechttechniken. Fachbegriffe und Grundlagen sind intern verlinkt, damit du Details bei Bedarf direkt vertiefen kannst.
Was die Kimme von einfachem Über-Unter unterscheidet
Beim einfachen Geflecht läuft ein Flechtfaden abwechselnd vor und hinter den Staken. Bei einer Kimme beziehungsweise einem Dreiergeflecht arbeiten mehrere Flechtfäden gleichzeitig in einer festen Reihenfolge. Dadurch entsteht eine deutlichere diagonale Struktur und oft auch ein kräftigerer Bereich.
Die Technik wird unter anderem genutzt, um Übergänge zu stabilisieren oder optisch abzusetzen. Entscheidend ist weniger das schnelle Arbeiten als die exakte Reihenfolge.
Drei Fäden, eine wiederkehrende Logik
Für eine einfache Dreierfolge werden drei Flechtfäden an benachbarten Ausgangspunkten angesetzt. Dann wird immer der nächste Faden nach derselben Regel über beziehungsweise hinter eine festgelegte Zahl von Staken geführt. Nach jedem Schritt liegt ein anderer Faden vorne und ist als nächster an der Reihe.
Anfänger sollten die Fäden nicht unnötig lang wählen. Sehr lange Enden verheddern sich, erschweren die Zuordnung und erhöhen die Gefahr, den falschen Faden zu greifen. Ein klarer Arbeitsplatz ist bei Mehrfaden-Techniken ein echter Qualitätsfaktor.
Spannung muss zwischen den Fäden vergleichbar sein
Wenn einer der drei Fäden deutlich straffer geführt wird, wandert die diagonale Linie und das Geflecht wirkt unruhig. Deshalb wird jeder Schritt mit ähnlicher Zugkraft gelegt. Die Fäden werden sauber an die vorherige Runde angeschoben, ohne die Staken zusammenzuziehen.
Bei runden Werkstücken sollte der Korb regelmäßig gedreht werden, statt die Arme immer weiter um das Werkstück zu führen. So bleibt die Körperhaltung gleichmäßiger und die Spannung besser kontrollierbar.
Übergänge und Enden sauber planen
Eine Kimme sollte nicht an einer zufälligen Stelle enden. Bei sichtbaren Zonen ist es sinnvoll, Anfang und Ende so zu planen, dass der Übergang logisch in der Rückseite oder in einer später überdeckten Zone liegt. Die Enden werden nicht einfach abgeschnitten, sondern nach der gewählten Technik sauber gesichert.
Vor dem Einsatz an einem großen Korb lohnt sich ein Probestück mit wenigen Staken. Sobald die Reihenfolge automatisiert ist, wird die Technik deutlich entspannter.
Praxis-Check
- Fäden eindeutig nebeneinander ansetzen.
- Immer dieselbe Flechtregel in derselben Reihenfolge wiederholen.
- Zugkraft der einzelnen Fäden vergleichbar halten.
- Übergang und Endpunkt vorab planen.
- Mehrfaden-Technik zuerst an einem kurzen Übungsstück testen.